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Stabiler Markt bei Milch ist positives Signal

Gastkommentar von Ök.-Rat Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich.

Ök.-Rat Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich Foto: LK-Ö
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind positive Meldungen zwar rar, dafür aber umso wichtiger: Eine solche kommt jetzt von der Milch. Die EU-weiten Sofortmaßnahmen, wie Intervention, Exporterstattungen und Absatzförderungsmaßnahmen, brachten eine Stabilisierung des Milchmarktes. Das macht deutlich, dass wir gerade in Zeiten, in denen die Märkte zunehmend sprunghafter werden, auf wirkungsvolle Marktinstrumente nicht verzichten können. Die Europäische Kommission hat letztes Jahr immerhin 76 Millionen Kilogramm Butter und 260 Millionen Kilogramm Milchpulver eingelagert, dieses wird nun, über den Rest des Jahres verteilt, wieder ausgelagert werden. Trotzdem sind die Bauernpreise entgegen dem jahresüblichen Trend stabil.
Ein weiterer wesentlicher Grund dafür ist, dass weltweit weniger Milch produziert wird. Die Anlieferungen in der EU liegen unter dem Vorjahr, auch in den USA stagniert die Produktion auf Vorjahresniveau, Australien verzeichnet aufgrund von Dürreschäden einen Produktionsrückgang von über fünf Prozent und Neuseeland ist ebenfalls deutlich hinter den Erwartungen zurück geblieben. Nicht zuletzt sollte auch erwähnt werden, dass Exporte in Drittstaaten für die gesamte EU-Landwirtschaft aufgrund des Euro-Wechselkurses in den letzten Monaten wesentlich konkurrenzfähiger wurden. Schließlich haben auch in Österreich mehrere Handelsketten angekündigt, die Preise für Butter anzuheben.
Eines ist klar, und da sind wir schon beim Thema Markt-Transparenz, von diesen Preissteigerungen muss ein gerechter Anteil auch bei den Bauern selbst ankommen. Die von der Europäischen Kommission im Oktober 2009 eingesetzte High Level Group zur Erarbeitung von mittelfristigen Maßnahmen für den Milchsektor wird demnächst ihre Schlussfolgerungen präsentieren. Ich erwarte mir daraus konkrete Lösungen für die Milchbauern, insbesondere was die Stärkung der Verhandlungsmacht, die Transparenz in der Lebensmittelkette oder die Kennzeichnung für Milchprodukte anbelangt.

16.06.2010