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Rinderzüchter starten Informationsoffensive

RINDERZUCHT AUSTRIA positioniert sich mit Fünf-Punkte-Programm

 Foto: ZAR/Kalcher
Die ZAR hat in den vergangenen Wochen mit den Rinderzuchtverbänden, Landeskontrollverbänden und Rassenarbeitsgemeinschaften intensiv am Fünf-Punkte-Programm der RINDERZUCHT AUSTRIA gearbeitet und geht damit jetzt an die Öffentlichkeit. "Wir wollten für die politischen Interessenvertreter und Verantwortungsträger die Arbeit und das Netzwerk der bäuerlich organisierten Rinderzucht zu Papier bringen", erläutert Ök.-Rat Anton Wagner, Obmann der ZAR. Das Programm soll als Unterlage für weiterführende Diskussionen dienen und den Fortbestand des finanziellen öffentlichen Ausgleichs aufgrund der unterschiedlichen Strukturen in der österreichischen Rinderzucht über die kommenden Jahre hinweg sicherstellen. Es wird in diesen Wochen zahlreichen Entscheidungsträgern der Agrarwirtschaft übermittelt und besteht aus folgenden fünf Bereichen: Datenerhebung und -aufbereitung, Zuchtprogramm und -arbeit, Zuchtviehmarketing & Rinderschauen, Forschung/Bildung sowie Öffentlichkeitsarbeit. Ein wichtiger Aspekt der Veröffentlichung des 16 Seiten starken Papiers sind Befürchtungen, dass durch etwaige Kürzungen der (Bundes-)Mittel die erfolgreiche Struktur der Rinderzucht, die hierzulande noch in Bauernhand ist, nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Einsparungspotenziale in den eigenen Reihen sind bereits voll ausgenützt. Allein seit 2006 wurden gemäß dem Programm 25% der Bundesförderung (real 31%) eingespart.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum
Die Bedeutung einer funktionierenden Viehzucht und -haltung für Österreich darf nicht außer Acht gelassen werden. So entfallen auf die Rinderwirtschaft rund 30% der heimischen agrarischen Wertschöpfung, was die Notwendigkeit der Existenzsicherung für 73.000 Rinder haltende Betriebe unterstreicht. "Über die Rinderzucht entsteht zudem ein großer gesellschaftlicher Zusatznutzen, der über den Markt nicht abgedeckt wird", unterstreicht ZAR-GF Mag. Franz Sturmlechner. 1,5 Mio. Hektar Grünlandfläche, davon etwa 9.000 Almen mit einer halben Mio. ha Futterfläche, würden weitgehend über die Rinderhaltung veredelt und somit als Kulturlandschaft gesichert. Diese wiederum komme vor allem dem in Österreich wirtschaftlich sehr wichtigen Tourismus zugute. Eine weitere Kürzung der Förderungen für die heimische Rinderzucht hätte somit weitreichende Konsequenzen.


Das Fünf-Punkte-Programm der RINDERZUCHT AUSTRIA Foto: -
Flächendeckende Datenerhebung notwendig für den Zuchtfortschritt
Ohne eine flächendeckende Leistungsprüfung gibt es keine Zuchttiere und keinen Zuchtfortschritt. Die Leistungsprüfung liefert die erforderliche Datengrundlage für die Herdebuchführung, Zuchtwertschätzung und Selektion der Zuchttiere. Die kompakten Auswertungen dienen dem Züchter als wertvolle Unterstützung für das Management seiner Herde. Die zentrale Auswertung und Aufbereitung der Daten aus der Leistungsprüfung durch die ZAR/ZuchtData ist die Grundlage für den Zuchtfortschritt, die Umsetzung der Tiergesundheit und notwendig für die Weiterentwicklung des Rinderdatenverbundes RDV. Von den insgesamt 533.000 Milchkühen in Österreich werden 73 Prozent bzw. rund 390.000 Kühe einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen. Die Förderung der Leistungsprüfung dient lediglich zur Abdeckung des verhältnismäßig höheren Mehraufwandes pro Kontrollkuh bei Kleinbetrieben. Immerhin sind dies etwa 80 Prozent der in Österreich vermarkteten Milch, die von den kontrollierten Kühen produziert wird. Diese Milch unterliegt einer lückenlosen Qualitätskontrolle, wie sie in anderen landwirtschaftlichen Produktionssparten kaum zu finden ist.

Rinderzucht muss weiterhin in Bauernhand bleiben
Die Arbeitsgemeinschaften der Rassen Fleckvieh, Braunvieh, Holstein, Pinzgauer, Grauvieh sowie der Fleischrassen koordinieren die jeweiligen Zuchtprogramme, die konsequente Umsetzung erfolgt über die Rinderzuchtverbände und durch den Züchter selbst. Das ist ein wesentlicher Bestandteil für den internationalen anerkannten hohen Standard der österreichischen Rinderzucht. Der Züchter kann über entsprechende Gremien in den Verbänden über die zukünftige Entwicklung und die Strategie seines Verbandes mitbestimmen. Zukunftsträchtige Projekte wie das GESUNDheitsmonitoring.RIND und die genomische Selektion werden von den einzelnen Züchtern mitgetragen und sind wesentlich am Erfolg der Projektverläufe beteiligt. In anderen Branchen (Schweine, Saatgut) ist der Bauer lediglich Konsument, die Forschung und die Vermehrung von Saatgut wird von Konzernen betrieben. Letztendlich ist es auch die bäuerliche Rinderzucht, die Träger bei der Umsetzung von Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen ist und die Sicherung und Erhaltung seltener Rinderrassen gewährleistet.
5 Punkteprogramm der RINDERZUCHT AUSTRIA5 Punkteprogramm der RINDERZUCHT AUSTRIA (0,8 MB)

05.08.2010