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Gastkommentar von ÖR Ing. Franz Reisecker

Gastkommentar von Ök.-Rat Ing Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich: "Österreichs Rinderbauern vor neuen Herausforderungen"

ÖR Ing. Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ Foto: Landwirtschaftskammer OÖ
Österreichs Rinderbauern können auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurückblicken. amit ist eine gute Basis für die weitere Entwicklung gelegt. Wesentlichen Anteil daran, wie sich Österreichs Rinderhaltung weiter entwickelt, werden die agrarpolitischen Rahmenbedingungen haben.

Die Diskussion über eine neue Gemeinsame Agrarpolitik der EU ab 2014 nimmt zunehmend an Fahrt auf. Die ZAR als Vertretungsorganisation der Rinderzüchter wird hier in den kommenden Jahren intensiv gefordert sein. Erste Konturen, in welche Richtung die Veränderungen in der GAP gehen könnten, zeichnen sich bereits ab.
Ein wesentlicher Punkt wird die Umstellung des bisherigen „historischen“ Modells der Betriebsprämie mit unterschiedlichsten Höhen der Zahlungsansprüche auf eine einheitliche Prämie sein. Das sogenannte „Greening“, also die Koppelung der Betriebsprämie an die Erfüllung bestimmter Umweltauflagen wie Fruchtfolge, Erhaltung des Dauergrünlandes und Ausweisung von ökologisch wertvollen Flächen wird von der bäuerlichen Standesvertretung äußerst kritisch gesehen. Schließlich ist noch die wichtigste Frage zu klären: Wie viel an Geld steht schlussendlich für die kommende Planungsperiode wirklich zur Verfügung? In Zeiten knapper öffentlicher Kassen eine Schlüsselfrage.

Dennoch sehe ich die Zukunft der österreichischen Rinderwirtschaft optimistisch. Zum einen hat sich das Preisniveau, sei es bei Milch, Rindfleisch oder Zuchtvieh, sehr positiv entwickelt. Gute Produktpreise verbessern das Einkommen und reduzieren die Abhängigkeit von Ausgleichszahlungen.

Zum anderen stehen unsere Bauern, was die Leistungen ihrer Tiere im Stall und das genetische Niveau anbelangt, im internationalen Vergleich sehr gut da. Die Exporterfolge der letzten Jahre sind unseren Züchtern nicht in den Schoss gefallen sondern das Ergebnis jahrelanger erfolgreicher Zuchtarbeit.
Im engen Schulterschluss zwischen agrarischer Standesvertretung und ZAR wird es uns auch in Zukunft gelingen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass unternehmerische Rinderbauern erfolgreich wirtschaften können.

07.02.2012